Von den wahren Gründen der Verarmung

Der Witz von Marx‘ Kritik der politischen Ökonomie – seine revolutionäre Widerlegung der klassischen Nationalökonomie – scheint an den meisten Liebhabern von Marx vorbei gegangen zu sein, wenn sie die Pauperisierung unserer Tage allein an sinkenden Lebensstandards festmachen und deshalb gar vermissen. Darauf im Allgemeinen, aber auch auf entsprechende Andeutungen in einem anderen Blog, möchte ich an dieser Stelle ausführlich eingehen.

Der Mehrwert und seine in Hinblick auf den globalen Konkurrenzdruck zwangsläufige (!) Optimierung hängen nur noch rudimentär und marginal an „der Verlängerung des Arbeitstags, Überstunden, Akkordarbeit, Stücklohn, Lohnsenkungen“ und was dort sonst noch aufgezählt wurde – das alles ist ein immer wieder mal hervorgekehrter, kurzfristig zündender Impuls des Wachstums, nicht jedoch das nachhaltige, ausschlaggebende Moment. Diese primitiven Rationalisierungen können sich sogar – vor allem in hochtechnisierten Branchen – kontraproduktiv auswirken, weil unzufriedene, unaufmerksame, übermüdete und kränkliche Arbeiter kostenträchtige Produktausreißer oder Produktionsausfälle verschulden, die zudem den öffentlichen Kassen zur Last fallen. Deswegen funkt der ideelle Gesamtkapitalist, der Staat, auch schon mal dazwischen – ebenso mit dem Kartellamt gegen Monopolisierungen und Preisabsprachen, die den ganzen Wettbewerb verderben.

Gesundheitsvorsorge, Krankenversicherung, Krankengeld, Urlaubsentgelt, Arbeitsschutz, Kündigungsschutz, Betriebsräte, Tarifvertragsrecht, Mindestlohn, Arbeitslosenstütze, Elterngeld, Diskriminierungsverbot, Freizügigkeitsgesetz (EU) – all diese staatlichen Eingriffe, Zu- & Absicherungen und Vereinbarungen sorgen vor, dass die Arbeitskraft möglichst weiträumig, umfassend, ergiebig und langlebig verschlissen werden kann, der Staatshaushalt von verwahrlosten, nutzlos gewordenen Kostgängern weitgehend verschont bleibt und die Reichtumsquelle von Staat & Kapital niemals versiegt. Deutschland hat mitnichten vor, zu einem Billiglohnland und Armenhaus als Ganzes zu verkommen, obgleich diese Abteilung hier ein nützliches Schattendasein führt und sich ein Arbeitsmarkt erster und zweiter Klasse entwickelt hat.

Die Anschaffung „besserer Maschinen“ zur „Intensivierung der Arbeitskraft“ und die damit angefeuerte „Produktivitätssteigerung der angewandten Arbeit“, was in dem besagten Blog noch erwähnt wurde, sind da schon eher der Bringer zur Senkung der Lohnstückkosten (Arbeitskosten / Leistung) – der relative folgt dem absoluten Mehrwert auf dem Fuße! Wenn die wöchentliche Arbeitszeit festgeschrieben und der Stundenlohn nur nach oben offen ist, dann muss die Arbeitsleistung innerhalb dieser Zeitabschnitte verdichtet werden, d.h. die für eine bestimmte Produktmenge – zur Reproduktion der Arbeitskraft – notwendige und dementsprechend vergütete Arbeitszeit verkürzt werden zugunsten der unbezahlten, gewinnbringenden Mehrarbeit.

Eine Option ist die Beschleunigung des Fliessbandes oder die Verringerung der Vorgabezeit pro Arbeitsschritt, was aus genannten Gründen nicht mehr das Mittel der Wahl ist, womit nicht durchgestrichen werden soll, dass die Lohnsklaven nach wie vor von ihren Aufsehern gehetzt werden; die Effizienz lässt nur zu wünschen übrig. Die oberste Trumpfkarte ist nun mal die Aufrüstung des technisches Equipments – flexibel steuerbar und anpassbar – und die Förderung des entsprechenden Know-Hows – Kampf der Maschinen! Passend dazu bilden sich Kooperationen von Unternehmen auf gleichartigen Geschäftsfeldern in Form nationaler Fusionierungen, natürlich im marktverträglichen Rahmen („wir müssen schließlich Arbeitsplätze retten“), internationaler Joint Ventures („wir sollten bitteschön Ideen austauschen“) und es wird die Spezialisierungen der Arbeitskräfte auf höchstem Niveau vorangetrieben mit neuartigen Studiengängen, Umschulungen, Fortbildungen und der Anwerbung auswärtiger Akademiker („wir brauchen gefälligst mehr Fachkräfte“).

Die Sache hat nur einen Haken: Zu Anfang der Industrialisierung warst du mit einer Maschine ein gemachter Mann. Um das zu werden, musst du heutzutage einen ganzen Maschinenpark errichten, also von Beginn an mit einem Riesenbatzen Geldkapital einsteigen (weswegen es so schwierig geworden ist, sich selbstständig zu machen). Maschinen an und für sich erzeugen auch keinen Mehrwert – das wäre der Traum jedes Kapitalisten: Maschine hinstellen, abwarten und Champagner trinken. Die technologische Mobilisierung gibt dem Mehrwert lediglich einen kräftigen Schub, indem sich vorerst die Mehrwertrate des Einzelkapitalisten gegenüber den Mitbewerbern erhöht, allerdings mit einer überschaubaren Halbwertzeit. Da die Rivalen gleichziehen und die neuen Wunderwaffen rasch zum Standard werden, nivellieren sich auf Dauer die relativen Profitraten. Überproduktion bzw. Übersättigung des Marktes mit vergegenständlichter Arbeit können sogar zum völligen Einknicken der Gewinn- und Handelsspannen führen und infolge eine Entwertung des gesamten Kapitals auslösen. Nach dem Ausbaden der Krise geht der Tanz ums goldene Kalb wieder von vorne los.

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4 Antworten auf „Von den wahren Gründen der Verarmung“


  1. 1 Fix und Foxi 28. März 2016 um 12:00 Uhr

    Fortsetzung:

    Die finanziellen Ausgaben für Werkshallen, Maschinen, Werkzeuge und Fuhrparks sind Fixkosten, auf die der Unternehmer wenig Einfluss hat, außer dass er einzelnes Zubehör, wie z.B. die Computertechnik, in Billiglohnländern einkauft, wo die Lohnarbeiter noch stärker ausgebeutet werden als hier – aber das tun die Konkurrenten auch und am Ende bleiben die Kosten „fix“, also unabänderlich. In der gesammelten Gerätschaft steckt vorneweg ein nicht unerheblichen Anteil „gefrorener Arbeitskraft“ – irgendwer hat das ja konstruiert und zusammengebaut. Die Aufstellung immer komplexerer Fertigungsanlagen erfordert qualifizierte Arbeitskräfte – vom Metallbauer und Schwertransportbegleiter über den Modellbauer und Produktdesigner bis hin zum Maschinenbauer und CNC-Programmierer.

    Lehre und Ausbildung, Forschung und Entwicklung, Experiment und Modellierung, Marktanalyse und Unternehmensplanung, Herstellung und Transport – all dieser Arbeitsaufwand ist in den Hightech-Maschinen konserviert und wird in der Bilanz der Kapitalverwertung als Negativposten vermerkt. Ferner bedarf die Wartung und Bedienung der Automaten und Roboter auch wieder kundiger Spezialisten. Nebenher kümmert sich noch dafür geschultes Humankapital um die körperliche Fitness und geistige Motivation der Manpower. Insgesamt jedoch sinken die Arbeitskosten durch den vermehrten Einsatz von Maschinen und die Entlassung oder Ausgliederung von Arbeitskräften. „Herr Kowalski, Ihr Betriebsverbesserungsvorschlag ist ausgezeichnet! Dadurch können wir fünf Mitarbeiter und Sie einsparen.“

    Unqualifizierte oder bloß angelernte Hilfsarbeiter („Jedermannsarbeit“) braucht der Kapitalist darüber hinaus immer noch in rauen Massen und die speist er größtenteils unter aller Sau ab. Der Anzug des absoluten Mehrwerts vollzieht sich vornehmlich auf Arbeitsfeldern, wo Maschinen den körperlichen Einsatz nicht ersetzen können oder Dienstleistungen gefragt sind, wo also die Produktivität nicht effizienter gestaltet werden kann als durch die Klassiker: Arbeitsdruck auf höchste Stufe stellen und Stundenlohn am untersten Level halten. Dafür hat sich ein Niedriglohnsektor z. B. in Form von Leiharbeit etabliert, wo die Arbeitsintensivierung, das Lohndumping und die Hire-and-Fire-Methode noch eine wesentliche Rolle spielen; zu einem geringen Teil betrifft das sogar ausgebildete Arbeitskräfte.

    Als Erntehelfer und Servicekräfte, für die Facharbeit (!) in Großschlachtereien und im Pflegedienst werden osteuropäische Handlanger angeheuert oder vermittelt, weil Einheimische diese Strapazen scheuen oder nicht mithalten können, für sie Saisonarbeit bei schäbiger Kost und Logis unzumutbar ist und überhaupt die meisten solche „Drecksarbeit“ für den lausigen Lohn nicht verrichten wollen. Im Reinigungsbereich wird mit der Stoppuhr gemessen, so dass z.B. ein Zimmermädchen ein Hotelzimmer in so-und-soviel Minuten tipptopp klar zu machen hat, wenn sie den zu erfüllenden Soll an Einheiten pro Schicht bewältigen will. Für Paketzusteller werden die Zustellbezirke erweitert, so dass sie ihre Lieferwagen bis zum Rand vollstopfen müssen und im Dauerlauf die Stationen abzuklappern haben. Wenn alles nichts mehr hilft, dann werden Arbeitsplätze ausgelagert in nicht tarifgebundene Tochtergesellschaften (Outsourcing), wo die Leute für den gesetzlichen Mindestlohn die selbe Leistung abliefern müssen.

    All diese Sparmaßnahmen stoßen selbstverständlich an die natürlichen Grenzen des vernutzen Menschenmaterials: in der Bereitwilligkeit der Leute, knapp über der offiziellen Armutsgrenze anschaffen zu gehen, in ihrer Leistungs- und Regenerationsfähigkeit, vor allem aber in den Reproduktionskosten, denn selbst ein Arbeiter aus Rumänien, wo die Lebenshaltungskosten beträchtlich niedriger sind, kann sich nicht längere Zeit unter dem Wert verkaufen, den er zur Selbsterhaltung benötigt. Wenn ein Land wie Polen einen Wirtschaftaufschwung erlebt, fallen dessen Arbeitsressourcen für den hiesige Arbeitsmarkt weg. Im Übrigen drosseln allgemeine Qualitätsanforderungen das Arbeitstempo nach oben und gesetzliche Mindestlöhne die Lohnspirale nach unten.

    Fortsetzung folgt…

  2. 2 Knox 28. März 2016 um 13:00 Uhr

    Fortsetzung:

    Auch die qualifizierten, spürbar besser bezahlten Arbeitskräfte werden – wen wundert’s? – ausgebeutet und das im zunehmenden Ausmaß. Das von ihnen bewerkstelligte Mehrprodukt, also die über ihren eigenen Bedarf hinausgehende Menge an Gütern, müssen alle Werktätigen per se an die Fabrikherren abführen – was sich schlicht in ihrem eingeschränkten Lohn niederschlägt – wogegen der Gewinnmaximierung tariflich keine Grenzen gesetzt werden! Hinzu kommt aber noch, dass ihre Lohnerhöhungen nicht ansatzweise mit den von ihnen verbesserten Produkten und dem dadurch exponierten Mehrprodukt Schritt halten. Zugespitztes Beispiel ist der Ingenieur, der „auf seiner Arbeit“ eine geniale Erfindung macht. Die gehört dann nicht ihm, sondern seinem „Brötchengeber“!

    Der Ruf von Politikern und Medien nach „mehr Bildung“ soll nicht der politisch-ökonomischen Volksverdummung entgegenwirken, sondern die letzten Reserven des Geistes bis zum Äußersten schröpfen zugunsten eines internationalen Vorsprungs auf dem Gebiet der Spitzentechnologie. In der intensivierten Kopfarbeit denkbar vieler geschulter Leute sieht der allmächtige Vorarbeiter des Kapitals, der Staat, das Wachstumspotenzial der Zukunft. Deutschland steht in der Anzahl der erteilten Patente für innovative Geschäftsideen weltweit ganz oben mit den USA und Japan, und das Ergebnis kann sich sehen lassen, z.B. auf dem Gebiet des Umweltschutzes (Elektro-, Hybridautos, Solar-, Wind-, Wasserkraftwerke), der Luft- und Raumfahrt inkl. Satellitenkommunikation, des Fahrzeug- und Maschinenbaus, der Pharmazeutik und Gesundheitstechnik.

    Obwohl all diese individuellen Anstrengungen mithilfe der öffentlichen und privatwirtschaftlichen Investitionen den technischen Fortschritt und somit das Land selbst beständig voran bringen, zum Dank seine Konjunktur brummt und die Steuereinnahmen sprudeln, fällt das Auskommen der Forscher und Entwickler erstaunlich bescheiden aus. Zusätzlich wird auch ihre Existenzsicherung durch Zeitarbeitsverträge bedroht; von der Not des großen Heers an Zuarbeitern und Umsetzern der kreativen Einfälle ganz zu schweigen!

    Die Entwertung der Ware „Arbeitskraft“ ist und bleibt also das variable Kapital schlechthin, in dem die „Unternehmer“ ihren entscheidenden Spielraum für die Spekulation auf Ertragssteigerungen finden und zwar in der Weise, dass sie den Wertzuwachs der Waren und Dienstleistungen nur in einem – sachte ausgedrückt – äußerst geringen, berechnenden Umfang an die Produktivkräfte weiter geben, deren „Verausgabung von Hirn, Muskel und Nerven“ die materiellen und ideellen Grundlagen der Geschäftsmittel überhaupt erst hervorgebracht haben. Um es einmal ganz plastisch zu veranschaulichen: Im Grunde könnte jeder Vollzeitbeschäftigte für das, was er stündlich an verwertbarer Substanz abliefert und im Gegenzug an Tageslohn zugeteilt bekommt, nach zwei bis vier Stunden nach Hause gehen – den Rest des Arbeitstages leistet er Überstunden für die Beute seines Ausbeuters.

    Die schleichende Verarmung – über alle Aufschwünge und Flauten hinweg – spiegelt sich nur schemenhaft in den nackten Zahlen und erhobenen Daten wider. Sie lässt sich nicht ohne weiteres aus dem Gehaltsscheck, dem Überstundenkonto, dem „Reallohn“, der Stromabrechnung, dem Krankenstand, der Arbeitslosenstatistik und dem Armutsbericht der Bundesregierung ablesen. Weil in dem ganzen Rechnungswesen die Vorzeichen der Variablen fehlen und somit der trostlose Schlussstrich unterbleibt: „Der Lohn ist die negative Größe dieser Wirtschaft“ (Peter Decker), d.h. für die Geschäftsleute sind Lohnzahlungen nichts als Kosten, die es so gering wie nötig zu halten gilt: sie haben der Ausbildung und Wiederherstellung der Arbeitskraft zu dienen und keineswegs der darüber hinausgehenden Bedürfnisbefriedung des Arbeitsvolks. Die Arbeiterklasse hat vielmehr durch ihre Lohnzurückhaltung das Gewinnversprechen zu bedienen. Die Kapitalistenklasse macht sich ans Abschöpfen der unsichtbaren Wertquelle – der Mehrarbeit – was nicht mehr Arbeit und weniger Lohn heißen muss, sondern sich für die eigentlichen Produzenten buchhalterisch so darstellt:

    Die Schaffenden verkaufen im Regelfall ihre Arbeitskraft – nach Abzug der Spesen – weit unter dem Nettowert ihres Produkts, wobei davon ausgegangen wird, dass der geschaffene Gebrauchswert den handelsüblichen Tauschwert erzielt. Sie müssen sich darüber hinaus damit abfinden, dass die von ihnen umgesetzte Produktivitätssteigerung in der Entgeltung kaum Niederschlag findet, auf keinen Fall vergleichbar mit dem Zugewinn an Warenkapital und dem realisierten Gewinn ihrer Bosse. Wobei eben zu beachten ist, dass das relative Fallen des Lohns genauso undurchsichtig auf dem Kontoauszug vermerkt ist wie die absolute Preissteigerung auf dem Kassenbon – die Wertschöpfung findet hinter den Kulissen, in der Arbeitswelt, statt.

    Verarmung hierzulande bedeutet nicht, wie es sich das Gros der Linken ausmalt, dass du bald am Hungertuche nagst – bei denen ist der Maßstab die Dritte Welt, wenigstens die Zweite Welt, siehe Schwellenland Indien. Du bist immer arm – gemessen an dem Reichtum deiner Umgebung, deiner Nation.

  3. 3 Lupo 29. März 2016 um 10:20 Uhr

    Jemand hat mich aufmerksam gemacht auf einen knackigen Artikel im Gegenstandpunkt aus dem Jahr 2013, erschienen auch in dem Online-Magazin „Schattenblick“, worin er sich den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vorknöpft. Diesen Artikel biete ich als PDF-Datei an zum Download unter diesem Link:

    :arrow:  Armut in Deutschland – nachgezählt, problematisiert und für gut befunden

    Bemerkenswert finde ich die Zensur des Entwurfs, der maßgeblich aus der Feder des Arbeits- und Sozialministeriums unter Führung Ursula von der Leyen stammt. Ursprünglich hieß es:

    Stundenlöhne aber, die bei Vollzeit zur Sicherung des Lebensunterhalts eines Alleinstehenden nicht ausreichen, sowie eine einseitige und polarisierende Lohnentwicklung generieren, verschärfen Armutsrisiken und schwächen den sozialen Zusammenhalt.

    Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt. (…) Während die Lohnentwicklung im oberen Bereich in Deutschland positiv steigend war, sind die unteren Löhne in den vergangenen zehn Jahren preisbereinigt gesunken. Die Einkommensspreizung hat damit zugenommen. (…) Eine solche Einkommensentwicklung verletzt das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung und kann den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.

    Im Zuge der notwendigen Rettungsmaßnahmen anlässlich der Finanz- und Wirtschaftskrise ist eine Verschiebung privater Forderungen und Verbindlichkeiten in staatliche Bilanzen feststellbar. In der Folge ist der Schuldenstand der staatlichen Haushalte im Jahr 2010 auf rund 83 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen. Ohne die Krise hätte er bei rund 70 Prozent gelegen.

    Die Bundesregierung prüft, ob und wie über die Progression in der Einkommensteuer hinaus privater Reichtum für die nachhaltige Finanzierung öffentlicher Aufgaben herangezogen werden kann.

    Worüber der GSP spöttelt: „Mit diesem sozialismusverdächtigen Einfall landet die ‚Superpowerfrau‘ einen echten Kracher.“ Nach vehementen Einspruch des Wirtschaftsministeriums unter Leitung von Philipp Rösler wurden diese Passagen im Armutsbericht gestrichen oder „deutlich geglättet“ (SZ), z.B. durch Vertröstungen wie, dass sinkende Reallöhne „Ausdruck struktureller Verbesserungen“ am Arbeitsmarkt seien. Ein schwacher Trost, dass jetzt noch mehr Leute zu einem Lohn kommen, von dem sie nicht viel besser leben können als von der Stütze – Hauptsache Arbeit!

  4. 4 Oma Eusebia 07. Juli 2016 um 10:18 Uhr

    Passend zum Thema ein Audio-Beitrag der Gruppe „Gegenargumente“ aus Wien – gesendet im Jahr 2014 auf Radio „Orange“ – mit 6 Thesen, welche die gängigen Erklärungen der Armut widerlegen.

    :arrow:  Gegenargumente zu Ideologien über die Armut

    Der Vortrag ist auch nachzulesen: :arrow:  Hier entlang

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